Franchise | Duden-Lerntherapie-Studie belegt uneinheitliche Förderung von Therapien

Franchise | Duden-Lerntherapie-Studie belegt uneinheitliche Förderung von Therapien
Thomas Austermann
Do, 29.06.2017 - 15:18

Die Duden Institute für Lerntherapie legen die Duden-Lerntherapie-Studie 2017 vor. Mit Hilfe von Daten zu über 1000 Lerntherapien, die von 1992 bis 2017 an den Berliner Duden Instituten für Lerntherapie durchgeführt wurden, wurde u. a. untersucht, wie sich die Finanzierung von Lerntherapie auf die Deckung des Bedarfs und die Zusammensetzung der Klientel auswirkt, die eine Lerntherapie in Anspruch nehmen kann.

Demnach zeigt sich, dass Berlin gut aufgestellt ist. Denn während 80 % der betroffenen Familien in Berlin inzwischen Unterstützung durch das Jugendamt (nach § 35a Sozialgestzbuch VIII) erhalten, sind es in den übrigen Instituten in Deutschland durchschnittlich nur 40%.  

Kosten vielfach privat getragen

Obwohl sich die integrative Lerntherapie als wirksamste und zugleich kostengünstige Maßnahme der Jugendhilfe erwiesen hat, werden bundesweit in mehr als 60 Prozent der Fälle die Kosten für eine Lerntherapie zur Überwindung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche (LRS oder RS) noch immer privat getragen. Grund ist eine uneinheitliche Förderung der Therapien. Damit scheitert die Hilfe für betroffene Kinder oft an den finanziellen Möglichkeiten der Eltern.

Klare Regelungen ebnen den Zugang

Die Zahlen belegen, dass in Berlin mit klaren, landesweiten Regelungen und einem Rahmenvertrag mehr Kinder und Jugendliche unabhängig vom Einkommen der Eltern eine Lerntherapie erhalten als im bundesweiten Schnitt.

Dr. Lorenz Huck, Psychologe, Lerntherapeut und einer der Autoren der Studie: „Die Ergebnisse der Studie belegen, dass klare und einheitliche Regelungen wie in Berlin gerade finanziell schwächeren Familien den Zugang zur Lerntherapie ebnen. Andere Bundesländer und Kommunen haben hier Nachholbedarf. Dazu muss zum einen die Antragsprozedur vereinfacht und zum anderen eine Therapie bewilligt werden, bevor psychosoziale Folgen auftreten. Hier ist die kommende Bundesregierung gefordert, bei der geplanten Reform des Sozialgesetzbuches für einen einheitlichen und verbindlichen Förderrahmen zu sorgen.“

Mehr zum Thema unter www.duden-institute.de  

29.06.2017
Autor: 
Thomas Austermann